Was braucht man fürs Theater? Ein Bühnenbild natürlich.

Denkt an euren letzten Theaterbesuch. Was ist euch in Erinnerung geblieben? Der hübsche Bühnensaal? Die Sitznachbarn, die immer zu laut klatschen? Ein schnuckliger Schauspieler? Oder vielleicht doch das tolle Bühnenbild?

Was wäre ein Theaterstück ohne sein Bühnenbild? Stellt euch Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ ohne den Wald voller Elfen vor. Das wäre einfach nicht mehr der Sommernachtstraum! Um uns die Bedeutung, Wirkung und auch Geschichte der Bühnenbilder näher zu bringen, besuchten wir (=3HKB) in Begleitung von Frau Prof. Schmahel-Plasenzotti das Theatermuseum.

Das Theatermuseum ist ganz in der Nähe der Albertina situiert und befindet sich im barocken Palais Lobkowitz, das schon im 17. Jahrhundert erbaut wurde. Das Theatermuseum nutzt diese Räumlichkeiten seit 26 Jahren.

Kommen wir nun zu der Ausstellung „Der magische Raum Bühne-Bild-Modell“. Die Ausstellung beginnt im obersten Stock, wo man ein sogenanntes Guckkastenmodell betrachten kann. Dieses Bühnenbildmodell wurde hauptsächlich im Barock verwendet. Mithilfe von Schnüren konnte man hierbei schnell die Kulissen ändern.

Im Erdgeschoß geht es dann weiter und dort befindet sich die eigentliche Ausstellung – der oberste Stock ist nur einen Vorgeschmack. In zwei Räumen werden verschiedene Modelle von Bühnenbildern, die einerseits nach Epoche und andererseits nach Stückinhalt geordnet sind, vorgestellt. Im ersten Raum sind Bühnenbilder zu den Themen Mythen & Märchen, Antike, Mittelalter und Renaissance versammelt. Obwohl hier eine klar chronologische Reihenfolge zu erkennen ist, kommt es nicht darauf an, wann das Modell gebaut wurde, sondern in welcher Zeit das Stück, welches das Bühnenbild erst zum Leben erweckt, spielt.

Da wir ja im Rahmen einer Führung die zahlreichen Modelle betrachteten, gab es auch kleine Aufgaben für uns. Meine Gruppe gestaltete einen Hexenwald mit Naturmaterialien, der für die Szene Goethes Faust I „Die Hexenküche“ gedacht war. Dazu bekamen wir noch das Hexeneinmaleins zum Aufsagen:

„Du mußt verstehn!
Aus Eins mach’ Zehn,
Und Zwei laß gehn,
Und Drei mach’ gleich,
So bist Du reich.
Verlier’ die Vier!
Aus Fünf und Sechs,
So sagt die Hex’,
Mach’ Sieben und Acht,
So ist’s vollbracht:
Und Neun ist Eins,
Und Zehn ist keins.
Das ist das Hexen-Einmal-Eins!“

Die Gruppe der Antike sollte einen Tempel aus Holzklötzen nachbauen und das Team der Moderne arbeitete  mit einer Miniatur-Drehbühne und verschiedenen Beleuchtungsmöglichkeiten.

Insgesamt werde ich die Ausstellung und den anschließenden Workshop als durchaus interessant im Gedächtnis behalten. Auch noch möchte ich unsere Kulturvermittlerin erwähnen, die es geschafft hat, die 3HKB in den Bann zu ziehen und die Welt des Theaters näherzubringen.

Mehr Blogeinträge über Museen gibt es übrigens unter unserem  HLW Michelbeuern Kulturblog, werft mal wieder einen Blick darauf! Ihr werdet staunen: http://www.kultur9.wordpress.com/

Luise Macku, 3 HKB

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