Beethoven goes visual – ein inklusives Musikvermittlungsprojekt
Ode an die Freude in Gebärdensprache

Den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven nahmen viele Musiker*innen zum Anlass, neue Projekte ins Leben zu rufen - unsere Expositur beteiligte sich.

Gemeinsam mit der Musikerin Antonia Teibler, der Lehrerin Lydia Fenkart und der Dolmetscherin Sabine Zeller choreographierte die 3FHH der Expositur in ihrem Projekt "Beethoven goes visual" das Lied Ode an die Freude in ÖGS. Coronabedingt musste die Live-Aufführung, die gemeinsam mit der Musikschule Mödling und dem Gebärdenchor im BIG (Bundesinstitut für Gehörlosenbildung) geplant war, abgesagt werden. Die 3FHH schloss das Projekt mit einer Videoaufnahme des Liedes Ode an die Freude ab. Die Musik und der Gesang wurden von professionellen Künstler*innen aufgezeichnet.

Antonia Teibler ist Fagottistin, Musikpädagogin und Initiatorin des Projektes und gibt einen Einblick in ihre Arbeit.

Wie ist die Idee des Projekts Beethoven goes visual entstanden?

2020 war das große Beethoven-Jahr. 2019 hat die Stadtgemeinde Mödling Kulturschaffende der Region eingeladen, Projekte, die mit Beethoven zu tun haben, im Rahmen der dafür gegründeten Veranstaltungsreihe mooving beethoven einzureichen. Mich hat ein Zugang aus einer anderen Perspektive zur Persönlichkeit Beethovens, seiner Musik und seinem Charakter interessiert. Weiters wollte ich mit jungen Menschen arbeiten und sie auf neuen, unbekannten Wegen zusammenbringen. Somit habe ich nach einer Idee gesucht, die all diese Elemente miteinander verbindet. Heraus kam Beethoven goes visual. Ein inklusives Musikvermittlungsprojekt, welches uns ermöglicht, den Menschen Beethoven und sein Wirken auf vielfältigste Weise näher zu bringen.

Wie wurde das Projekt Beethoven umgesetzt?

Meine Aufgabe im ersten Schritt war es, Menschen zu finden, die sich für das Projekt begeistern und sie zum Mitmachen anzuregen. Im zweiten Schritt habe ich mich um finanzielle Mittel, die Projektplanung sowie Aufführungsmöglichkeiten bemüht.

Sind Sie durch dieses Projekt zum ersten Mal mit der ÖGS in Berührung gekommen?

Ja, ich habe Neuland betreten. Es war für mich wie das Erkunden einer mir unbekannten Welt. Es ist vergleichbar mit dem Aufenthalt in einem Land, dessen Sprache ich nicht spreche. Zu Beginn war ich orientierungslos und es hat einige Zeit gebraucht, bis ich mich auf die anderen Schwingungen und Kommunikationselemente eingestellt habe. Dann lief es Dank der Geduld, dem Verständnis und der Kooperationsbereitschaft meiner Projektpartner*innen sehr gut und wir hatten viel Freude bei der Zusammenarbeit.

Durch das Coronavirus wurden leider alle Aufführungen abgesagt. Wie wurde das Projekt stattdessen abgeschlossen?

Das Proben mit Orchester und Chor aufgrund der Corona-Maßnahmen unmöglich wurden, haben wir uns für ein Video entschieden, um das Ergebnis der Öffentlichkeit zu präsentieren. Statt des Orchesters spielt ein Klavier die Musik ein. Eine Kollegin der Musikschule Mödling hat die Singstimmen eingesungen und die Schüler*innen der HLMW9 haben die Ode an die Freude von Schiller in ihrer Übersetzung in ÖGS zur Musik Beethovens choreographiert.

Das Projekt ist nun abgeschlossen. Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?

Das Erlebnis der Live-Aufführung ist ein essenzieller Höhepunkt und weiteres Ziel von Beethoven goes visual, denn es geht um das gemeinsame Erleben und Spüren der Musik im Rahmen eines Live-Konzertes. Ich möchte, wenn wieder Veranstaltungen möglich sind, versuchen Beethoven goes visual auf die Bühne und vor Publikum zu bringen.

Unser Projektteam

Bild Projektteam

Betreuende Lehrkraft: Lydia Fenkart

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