©bild von luke lawreszuk auf pixabay
Gedenkspaziergang

Anlässlich des "Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ unternahmen die Schüler*innen der 4HMA im Geschichtsunterricht einen Spaziergang zu Gedenkorten im 9. Bezirk.

Mit Hilfe der Internetseite memento.wien spürten die Schüler*innen gemeinsam mit der Geschichtelehrerin Susanne Sanna zahlreiche Wohnhäuser entlang des Weges auf, in denen vor 1938 jüdische Familien wohnten.

Der Weg führte sie zum Alten AKH, dem Universitätscampus, wo sie das Denkmal Marpe Lanefesch, die ehemalige Spitalssynagoge, sowie das Kunsthistoriker*innen-Denkmal besuchten und sich via QR-Code darüber informierten.

Eigentliches Ziel war die 2021 eröffnete "Gedenkstätte für die in der Shoah ermordeten jüdischen Kinder, Frauen und Männer aus Österreich" im Ostarrichi-Park.

Dort haben die Schüler*innen gemeinsam den Opfern des Holocaust gedacht, indem das Gedicht „Judenschicksal“ von Kurt Mezei vorgelesen und eine Kerze angezündet wurde.

Anschließend ging die Gruppe die Mauern entlang, las die eingravierten Namen und legte einen Stein als Zeichen des Gedenkens vor einer der Mauern ab.

Judenschicksal

Ich sah heut’ tausend Menschen, verstörten Angesichts
Ich sah heut’ tausend Juden, die wanderten ins Nichts
Im Grau des kalten Morgens zog die verfemte Schar
Und hinter ihr verblaßte, was einst ihr Leben war.

Sie schritten durch die Pforte und wußten: nie zurück!
Sie ließen alles dorten: Vermögen, Geltung, Glück.
Wohin wird man euch führen? Wo endet euer Pfad?
Sie wissen nur das Eine: ihr Ziel heißt Stacheldraht!

Und was dort ihrer wartet ist Elend, Qual und Not,
Entbehrung, Hunger, Seuchen, für viele bittrer Tod.
Ich schaut in ihre Augen mit brüderlichen Blick,
Erwartend tiefsten Jammer in solchem Mißgeschick

Doch statt Verzweiflung sah ich nur ungeheures Mühn
Um Haltung und Beherrschung aus ihren Augen glühn.
Sah heißen Lebenswillen, sah Hoffnung und sah Mut.
Ich sah in manchen Antlitz ein Lächeln, stark und gut.

Da hab ich tief ergriffen, den Geist des Volks erkannt
Das, ausgewählt zum Leiden, das Leid noch stets bestand.
Das sich aus Not und Elend, Verbannung, Fröhn und Haft
Noch immer hat erhoben mit ungebroch’ner Kraft.

Ich sah heut’ tausend menschen, verstörten Angesichts
Und sah im Grau des Morgens den
“Strahl des ew´gen Lichts”.

Kurt Mezei, 1924-1945 (Originaltext)

Betreuende Lehrkraft: Susanne Sanna

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