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Kulturtouristik,
was soll das sein?

An der HLMW9 stehen Kulinarik, Sprachen, Projektarbeit und Kultur im Mittelpunkt. Schulschwerpunkt ist das Fach Kulturtouristik. Was soll das überhaupt sein? Darüber haben wir mit Fachgruppenleiterin und Tourismusexpertin Martina Schmahel-Plasenzotti gesprochen.

An der HLMW9 ist ein Unterrichtsschwerpunkt das Fach Kulturtouristik.
Was ist das?

Martina Schmahel-Plasenzotti:

Kulturtouristik beschreibt den Teil des Tourismus, der sich vor allem mit kulturellen Angeboten und Sehenswürdigkeiten befasst. Stellen wir uns Tourist*innen vor, die auf Reisen gehen, um eine andere Kultur kennenzulernen, neue Speisen auszuprobieren, Schlösser und Burgen zu besichtigen, berühmte Gemälde in Museen oder Streetart in Städten zu bewundern oder um Spezialitäten auf einem lokalen Markt zu kaufen. Zusammengefasst kann man sagen, es geht darum, eine andere Kultur zu erleben. Das sind typische Kulturtouristinnen.

Seit wann gibt es diesen Schwerpunkt an der Schule und wie kam es dazu?

Martina Schmahel-Plasenzotti:

1995 trat Österreich der EU bei und da internationale Vernetzungen damals immer wichtiger wurden, entstand die Idee, eine Ausbildung mit dem Schwerpunkt Kulturtouristik anzubieten. Europäische Nationen sollten zusammenwachsen und Jugendliche neue Kulturen kennenlernen.

Ursprünglich war der Ausbildungsschwerpunkt unserer Schule Mode. Seit 1997 nennt sich die Schule offiziell „Höhere Bundeslehranstalt für Mode und Wirtschaft“.

Welche Themen werden im Unterricht behandelt?

Martina Schmahel-Plasenzotti:

Im Unterrichtsfach Kulturtourismus lernen die Schüler*innen zuerst Wien kennen. Im Rahmen von zahlreichen Exkursionen und Lehrausgängen entdecken die Jugendlichen die Schätze der Metropole. Dabei erfahren sie, welche Gäste aus welchen Nationen und aus welchen Gründen nach Wien kommen. In den nächsten Unterrichtsjahren stehen auch Österreich sowie andere Länder am Lehrplan. Eventmanagement, Marketing, Destinationsmanagement sind nur einige der inhaltlichen Schwerpunkte der 5-jährigen Ausbildung.

Im 4. Jahrgang wählen die Schüler*innen zwischen verschiedenen Wahlfächern, die alle dem breiten Feld der Kultur zugeordnet werden können. Das Fach nennt sich „Angewandte Kulturtouristik“. Was kann man sich darunter vorstellen?

Martina Schmahel-Plasenzotti:

In diesem Fach steht die praktische Anwendung im Vordergrund. Das erworbene Wissen wird in Projekten in die Tat umgesetzt. Sei es im Cateringmanagement, Kunst und Kultur oder einer der Fremdsprachen Italienisch, Französisch bzw. Spanisch. Hierbei steht der Projektunterricht im Mittelpunkt. Es werden zum Beispiel Reisen und kulinarische Events geplant und organisiert. Mit internationalen Partner*innen wurden auch schon Videoprojekte durchgeführt oder Führungen durch Wien zusammengestellt und angeboten. Die Projekte sind vielfältig, im Fokus stehen jedoch immer Kultur, Kunst und Kulinarik.

Wie sehen die beruflichen Möglichkeiten nach dem Abschluss der Schule aus?

Martina Schmahel-Plasenzotti:

Es wird einerseits Wert auf Praxis gelegt, das umfasst eine profunde Ausbildung in den Bereichen Küchen- und Restaurantmanagement, Service, Ernährungslehre sowie Projektmanagement. Anderseits erwerben die Schüler*innen eine fundierte Allgemeinbildung neben Unterricht in den Fächern Betriebswirtschaft, Rechnungswesen und Kulturtouristik. Mit dieser breitgefächerten Ausbildung stehen Berufsmöglichkeiten vom Tourismus und der Gastronomie, über Kunst- und Kultur bis hin zu wirtschaftlichen Bereichen offen. Auch in vielen anderen Branchen haben unsere Absolventinnen Fuß gefasst.

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